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Verblüfft über die seltsame Beschreibung des Sternenhimmels am 21. Mai 1877 (1877-V-21) lese ich nun in Whitmans Tagebuch für den 26. August 1877:

"Dann kommt die Nacht, anders, unaussprechlich tiefsinnig, mit ihrer sanften und temperierten Pracht. Venus steht im Westen, mit einem wollüstigen Glanz, in diesem Sommer bisher ungezeigt, Mars steigt früh empor, und der rote mürrische Mond, zwei Tage nachdem er voll war; Jupiter auf dem Nachtmeridian, und der lange, schräg liegende Skorpion streckt sich, voll zu sehen, im Süden, den Antares im Nacken. Mars geht nun um als Oberlehnsherr des Himmels; diesen ganzen Monat hindurch gehe ich nach dem Essen hinaus und beobachte ihn; mitunter stehe ich um Mitternacht auf, um einen weiteren Blick auf seinen unvergleichlichen Glanz zu werfen. (Wie ich höre, hat kürzlich ein Astronom mit dem neuen Washington-Teleskop herausgefunden, daß der Mars ganz gewiß einen Mond, wenn nicht gar zwei, hat.) Matt und fern, am Firmanent jedoch nahe, geht Saturn ihm voran."

Im Gegensatz zur Beschreibung vom "21. Mai 1877" stimmt diesmal die Beschreibung laut "Home Planet":

  • Nach Sonnenuntergang ist die Venus sichtbar, in der Nähe steht zwar der Merkur, dürfte aber wegen der Dämmerung nicht zu sehen sein. Jupiter steht hoch am Himmel.

  • Später gehen der Mars und der Saturn zusammen mit dem Mond, "zwei Tage nachdem er voll war", auf.

Die Beschreibung für den 26. August 1877 stimmt also, aber was ist mit der Beschreibung vom 21. Mai 1877 los? Wenn für den 26. August 1877 das Jahr stimmt, könnte es dann sein, dass der Tag oder Monat für den "21. Mai" irgendwie "verrutscht" sind? Und durch wen?

Dass wir uns -- auch wenn mit "1877-V-21" etwas faul ist -- im Jahr 1877 befinden, geht auch aus der Bemerkung Whitmans hervor, dass kürzlich beim Mars ein oder zwei Monde entdeckt wurden.

Dazu Werner Sandner (Planeten, Geschwister der Erde, Weinheim 1971, S. 134): "Mars besitzt zwei Monde, die aber zu den kleinsten Objekten im Sonnensystem zählen. Sie wurden erst 1877 von Hall in Washington entdeckt und erhielten die Namen Phobos und Deimos (griech. Furcht und Schrecken, die Begleiter des Kriegsgottes). Es sind winzige, ihrer Masse nach ganz unbedeutende Himmelskörper, die aber himmelsmechanisch interessant sind." Sandner merkt an: "Asaph Hall, 1829-1907, aus Goshen/Conn. (USA), Astronom am Naval Observatory in Washington, dann am Harvard College, Entdecker der Marsmonde."

Dass diese beiden Marsmonde schon viel früher "vorausgesagt" wurden, ist ein eigenes Kapitel, siehe Swift, Marsmonde.

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