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Mit seinen unkonventionellen langfristigen Wetterprognosen hat Herr Josef Jägerhuber (Starnberg) die Aufmerksamkeit insbesondere der Boulevard-Presse auf sich gezogen. Hatte Jägerhuber doch für den Winter 2004/05 prophezeit, dass dieser lange dauern würde, bis in den April hinein, was auch, bezogen auf den süddeutschen Raum, stimmte.

In der Wochenend-Ausgabe der "tz" (München) vom 29. Oktober 2005 lautet nun die Schlagzeile: "Genießen wir die Sonne, denn der Winter wird... / Was der Wetter-Prophet aus Starnberg voraussagt".

Der Winter 2005/06 wird von Jägerhuber insgesamt als lang und eisig vorhergesagt, so dass auch wieder einmal der Starnberger See zufrieren könnte. In der "tz" sind auch für die einzelnen Monate die Prognosen Jägerhubers wiedergegeben. Ich habe mir nun vorgenommen, vom 1. November 2005 bis zum 30. April 2006 tägliche Wetteraufzeichnungen (Standort München) zu machen und sie mit den Prognosen Jägerhubers zu vergleichen.

Die Monats-Prognosen Jägerhubers lauten (dazu die Bilanzen im Rückblick für den jeweiligen Monat):

  • November: In der ersten Monatshälfte kippt das Wetter, es wird feucht und grau, allerdings wird es fast nur regnen.

    • Bilanz November 2005: Der schöne Herbst hielt noch über die Monatsmitte durch und danach kam auch kein "Schmuddelwetter", sondern ein leichter Wintereinbruch mit weiterhin einigen klaren Tagen. Die Prognose Jägerhubers wurde also für den November nicht erfüllt. Dennoch ist interessant, dass zwei meiner Bekannten, die beiläufig von meiner "Überprüfung Jägerhubers" erfahren hatten, bemerkten, Jägerhuber habe wohl mit seiner Prognose recht gehabt; bereits der Wetterumschung zu Anfang der zweiten Monatshälfte scheint ihnen ein ausreichender Grund für ihre positive Bewertung gewesen zu sein. Noch aber steht die eigentliche Prognose Jägerhubers zur Debatte: kurz gesagt, soll ab Mitte Dezember ein strenger Winter kommen, der bis weit in den März reichen wird.

  • Dezember: Mitte des Monats erfolgt der erste Wintereinbruch und es wird "weiße Weihnachten" geben.

    • Bilanz Dezember 2005: Der Dezember war ein Mix von Schnee, Regen, Tauwetter und schönen, wolkenfreien Tagen. Bedingt kann man für München von einer "weißen Weihnacht" sprechen, und somit hätte Jägerhuber mit seiner Prognose ein wenig recht. Der erste Wintereinbruch war aber schon Mitte November und insgesamt scheint sich eher ein Auf-und-Ab von kälteren und wärmeren Perioden abzuzeichnen und nicht der von Jägerhuber prognostizierte sehr strenge Winter.

  • Januar: es wird eisig kalt werden.

    • Bilanz Januar 2006: Es war winterlich kalt, ohne Zweifel, und auch ziemlich trocken und sonnig. Doch dazwischen gab es auch wärmere Abschnitte. Die prognostizierte "Russenkälte" traf zwar anfangs des letzten Monatsdrittels ein, aber in ziemlich abgeschwächter Form und eigentlich nur für zwei bis drei Tage. Von einem extrem kalten Winter wie 1928/29, 1941/42 oder 1962/63 sind wir ohnehin noch weit entfernt, auch wenn das die Boulevard-Presse anders heraufbeschwor. Der Starnberger See war zwar in den Uferbereichen, insbesondere um Seeshaupt, teilweise zugefroren, aber bei weitem nicht ganz. Falls es im Februar noch einmal anhaltend "richtig kalt" werden würde, dann könnte Jägerhuber im Großen und Ganzen noch recht bekommen. Man beachte auch, dass von Jägerhuber mittlerweile andere Prognosen vorliegen (siehe unten), die die Prognose vom Oktober 2005 etwas modifizieren.

  • Februar: weiterhin eisig kalt.

    • Bilanz Februar 2006: Es war weiterhin winterlich und in der ersten Monatshälfte gab es viel Schnee. Kurz nach der Monatshälfte gab es zwar eine Woche Tauwetter, aber das bewirkte noch kein Blühen von Schneeglöckchen oder Krokussen (von vereinzelten Ausnahmen vielleicht abgesehen), so dass von einem "Vorfrühling" kaum gesprochen werden kann. Richtig "eisig kalt" war es aber auch nicht.

  • März: weiterhin eisig kalt und nur an wenigen Tagen frühlingshaft.

    • Bilanz März 2006: Die beiden ersten Monatsdrittel waren stark winterlich geprägt, mit sehr viel Schnee. Das letzte Monatsdrittel war insgesamt wärmer, jedoch war es auch oft bewölkt, und anhaltendes schönes Wetter fehlte auch dann.

  • April: Ende März soll es wärmer werden, kein Winter mehr im April.

    • Bilanz April 2006: Am 11. und 12. April meldete sich der Winter noch einmal zurück, danach kann man von einem gemäßigten Frühling mit ein paar warmen Tagen sprechen.

  • Gesamtbilanz: In vielen Details stimmten die Voraussagen Jägerhubers nicht. Allerdings hatte er damit recht, dass es ein langer Winter werden würde, dieser Winter war insgesamt sogar länger als von Jägerhuber vorausgesagt. Von einem Jahrhundertwinter kann aber keine Rede sein, d.h. der Winter war zwar lang, aber die ganz extremen und langen Kälteeinbrüche fehlten.


20.1.2006: Nun bin ich doch etwas verwirrt, denn:

Unter "http://www.bh-online.de" (Rubrik "Josef Jägerhuber Wetter") lese ich unter den Überschriften "Sommer wird erträglicher als 2005. Wetterprognose des Starnbergers Josef Jägerhuber für das Jahr 2006", verfasst von Stefan Berger mit Datum "03.01.2006 13:12 Uhr": "Die Prognose Jägerhubers für 2006: Im Januar herrscht vermutlich während des Monats ziemlich große Kälte, so dass die Schneedecke aller Voraussicht nach erhalten bleibt. Erst gegen Monatsende zu könnte es wärmer werden. Anfang Februar bis zur Monatsmitte wird es einige milde Tage geben. Dann wird der Winter wieder mit ziemlich niedrigen Temperaturen aufwarten, die sich bis in den nächsten Monat erstrecken könnten. Danach sind im März voraussichtlich einige milde Tage zu erwarten, die aber zum Beginn des Mondjahres um den 20. wieder von kaltem Winterwetter abgelöst wird."

Diese Prognose ist doch in einigen Punkten anders als die in der "tz" vom 29. Oktober 2005. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn ein "Wetter-Prophet" seine Prognosen korrigiert oder an das tatsächliche Wettergeschehen anpasst. Aber andererseits, wenn verschiedene Wetterprognosen im Umlauf sind, dann bewahrheitet sich schließlich fast immer eine.

23.1.2006: Unter der Überschrift "Der Russenfrost ist da" wird von der "tz" "Bayerns bester Wetter-Prophet" befragt und zitiert: "'Richtig Frühling wird's heuer erst im Mai, sagt der Starnberger Hobby-Meteorologe, der mit seinen Vorhersagen (fast) immer Recht behalten hat. 'Der März bringt vor allem in der zweiten Hälfte zapfig kalte Temperaturen mit bis zu 10 Grad minus. Im April erwartet uns ein richtiges Sauwetter mit vielen grauen Regentagen." Januar und Februar, abgesehen von wenigen Föhn- und Regentagen, sollen weiterhin sehr kalt bleiben und die "tz" betont, dass heuer der Starnberger See so wie im Jahrhundertwinter 1928/29 komplett zugefrieren soll (andere erinnern an den Jahrhundertwinter 1962/63).

Zur "Russenkälte" siehe auch die Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes bei meinem Eintrag zum 23. Januar.


Die einzelnen Monate im Detail:

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